Abschnitt 20 der Empathischen Mathematik: Die Intelligenz der Natur, zugleich Teil von Kapitel 6a im REM-Buch
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Formale Spezifikation und Prüfkatalog. Die Anhänge D bis S mit Operator-Signaturen, Grammatikregeln, Protokollen, Metriken, Glossar und Arbeitsblatt, dazu der Prüfkatalog mit 50 Aufgaben. 14 Seiten.
Dieser Abschnitt enthält die formale Spezifikation der Empathischen Mathematik (EM) in der Arbeitsfassung 0.2 und den Prüfkatalog. Die Spezifikation umfasst Operator-Signaturen, Grammatikregeln, semantische Ebenen einer Nachricht, Skalen für Prosodie, das Sprechblasen-Protokoll, das Übersetzungsprotokoll, den Verlustvektor, ein Rechenlabor, die Beispielbibliothek, die Abgrenzung zu benachbarten Disziplinen, die Kernaufgaben, die Prüfkriterien, das Glossar und ein Arbeitsblatt für neue Texte. Der Prüfkatalog in Abschnitt 20.17 führt alle Forschungsschritte EM 1 bis EM 27 und alle Aufgaben der Topologischen Gesamtdarstellung (GD 1 bis GD 13) zu einer einzigen nummerierten Liste zusammen.
Die Signaturen sind Version 0.2 und revidierbar. Die Notation folgt der Tafel in Abschnitt 2 und der Übersichtstafel in Abschnitt 18.30.
1 Anhang D: Formale Operator-Signaturen
Die Tabelle präzisiert die Arbeitsrollen der Operatoren.
| Operator | Vorläufige Signatur | Semantische Aufgabe | Abgrenzung von |
|---|---|---|---|
| ∣ | Z × Z → Reldiff | Unterscheidbarkeit markieren | logischer Exklusivität |
| ↔ | Z × Z → Rel | wechselseitige Relation | Kausalität |
| ⋈ | Z × Z → Z∗ | Integration, Kopplung | Addition |
| Δ | Z → ΔZ | Zustandsänderung | zeitlicher Ableitung ohne weitere Struktur |
| χ | B × C → Q | Resonanz, Gewichtung | menschlichem Gefühl |
| ? | B → Var(B) | Variantenraum öffnen | Wahrscheinlichkeit |
| ! | Var → B oder Aussage → Status | festlegen, Verbindlichkeit markieren | empirischer Wahrheit |
| ↶ | Hist × B → B∗ | Rückbezug, Erinnerung einbringen | bloßem Datenabruf |
| ⊙ | B → Inst | Instanziierung, Realisierung | physikalischer Materialisierung |
| ¬ | B → B | Negation | Gegenteil in jeder semantischen Dimension |
| ⇒ | B × B → Reldir | gerichtete Folge, Bindung | Kausalität ohne Zusatzannahmen |
2 Anhang E: Grammatikregeln Version 0.2
Ξ ::= x ∣ ΔΞ ∣ ?Ξ ∣ !Ξ ∣ ↶Ξ ∣ ⊙Ξ ∣ ¬Ξ ∣ (Ξ ∣ Ξ) ∣ (Ξ ↔ Ξ) ∣ (Ξ ⋈ Ξ) ∣ χ(Ξ, C) ∣ (Ξ ⇒ Ξ)
Die erweiterte Grammatik mit ⊘, ≫, R, R⁻¹ und ⋒ steht in Abschnitt 18.5. Für beide Fassungen gelten die Wohlgeformtheitsregeln:
- Eine Festlegung ! wird nur auf eine Aussage oder einen nichtleeren Variantenraum angewendet.
- χ benötigt mindestens einen Bewertungsgegenstand und einen expliziten oder impliziten Kontext.
- ⊙ wird nur auf eine instanziierbare Struktur angewendet.
- ↶ benötigt eine zugängliche Vorgänger-, Gedächtnis- oder Historienstruktur.
- ¬ verändert den Behauptungsstatus eines Inhalts, nicht automatisch dessen emotionale Valenz.
- ⇒ wird typisiert: logisch, kausal, normativ oder pragmatisch. Diese Untertypen werden nicht stillschweigend vertauscht.
3 Anhang F: Semantische Ebenen einer vollständigen Nachricht
Msg = B ⊗ V ⊗ F ⊗ C ⊗ I?
| Ebene | Inhalt | Beispiele |
|---|---|---|
| B (Bedeutung) | expliziter semantischer Gehalt | Person, Handlung, Zeit, Modalität, Relation |
| V (Vortrag) | akustische und prosodische Realisierung | Tonlage, Melodie, Intensität, Tempo, Pause |
| F (Form) | rhetorische Gestalt | Metapher, Parallelismus, Wiederholung, Register |
| C (Kontext) | situative Einbettung | Vorwissen, Gesprächslage, soziale Beziehung |
| I? (Inferenz) | mögliche implizite Lesarten | Absicht, Stimmung, Haltung, Beziehungssignal |
Eine Implementierung speichert jede Ebene getrennt, damit erkennbar bleibt, ob eine Information gesagt, akustisch signalisiert oder inferiert wurde.
4 Anhang G: Skalen für Prosodie und Ausdruck
Für experimentelle Codierungen dienen normierte Skalen im Intervall [−1, 1] beziehungsweise [0, 1]. Die Skalen sind Messkonventionen.
| Dimension | Beispielskala | Interpretation |
|---|---|---|
| τ Tonlage | −1 … +1 | relativ tief … relativ hoch |
| μ Melodizität | 0 … 1 | monoton … stark konturiert |
| ι Intensität | 0 … 1 | sehr zurückgenommen … sehr nachdrücklich |
| γ Prägnanz | 0 … 1 | diffus … stark pointiert |
| φf Freundlichkeit | 0 … 1 | schwach freundlich signalisiert … stark freundlich signalisiert |
| ρ Rhythmus | Vektor | Pausenlängen, Akzentabstände, Regelmäßigkeit |
| κ Tempo | normierte Rate | langsam … schnell |
5 Anhang H: Sprechblasen-Protokoll
Sprechblasen sind transparente Hypothesen des Interpretationssystems und führen Gedanken nicht als Tatsachen.
I(Ξ, V, C, Hist) → {(h1, q1, e1), …, (hn, qn, en)}
Dabei ist hi eine Hypothese, qi die kalibrierte Konfidenz und ei die Evidenzklasse, zum Beispiel Wortwahl, Prosodie, Kontext oder Gesprächsverlauf.
| Kategorie | Beispielausgabe | Erforderliche Vorsicht |
|---|---|---|
| Absicht | „möglicher Wunsch nach Bestätigung“ | als mögliche Absicht ausgeben |
| Stimmung | „wirkt gedämpft“ | Prosodie- und Kontextabhängigkeit nennen |
| Position | „sprachlich zustimmend“ | Position der Person nicht über den Kontext hinaus verallgemeinern |
| Empfindung | „Enttäuschung möglich“ | als mögliche Empfindung ausgeben |
| Beziehung | „Distanzsignal möglich“ | kulturelle Unterschiede berücksichtigen |
| Mehrdeutigkeit | „zwei plausible Lesarten“ | Varianten erhalten |
6 Anhang I: Vollständiges Übersetzungsprotokoll
Für jeden Text erzeugt die EM ein standardisiertes Protokoll:
- Segmentierung: Satz, Teilsatz, Sprecherwechsel und rhetorische Einheit bestimmen.
- Explizite Semantik B extrahieren: Akteure, Prädikate, Relationen, Zeit, Modalität, Negation.
- Varianten ? markieren: Ungewissheit, Mehrdeutigkeit, Alternativen.
- Verbindlichkeit ! markieren: Zusage, Behauptung, Imperativ, Verpflichtung.
- Rückbezüge ↶ erkennen: Pronomen, Erinnerung, frühere Ereignisse, Wiederaufnahme.
- Prosodie V erfassen, sofern Audio vorliegt.
- Ausdrucksgestalt F erfassen: Metapher, Rhythmus, Wiederholung, Register.
- Kontext C explizit dokumentieren.
- I? erzeugen: mehrere plausible implizite Lesarten mit Konfidenz.
- Zielsprache realisieren und die Ebenen B, V und F soweit möglich erhalten.
- Round-Trip durchführen.
- Verlustbericht erstellen: erhalten, verändert, unentscheidbar.
7 Anhang J: Round-Trip-Metrik und Verlustvektor
Die Bedeutungsdistanz besteht nicht aus nur einer Zahl. Sie ist ein Verlustvektor:
L = (Lsem, Lprag, Lpros, Lform, Lamb)
| Komponente | Misst |
|---|---|
| Lsem | Verlust expliziter semantischer Information |
| Lprag | Verlust pragmatischer und kommunikativer Funktion |
| Lpros | Verlust prosodischer Wirkung |
| Lform | Verlust rhetorischer Gestalt |
| Lamb | Verlust oder künstliche Reduktion von Mehrdeutigkeit |
Aus dem Verlustvektor wird nach der Validierung ein Gesamtscore gebildet. Bis dahin bleibt der Vektor sichtbar, damit unterschiedliche Verlustarten nicht verdeckt werden. Die Bedeutungsdistanz dB ist die Funktion dieses Vektors.
8 Anhang K: Rechenlabor, Varianten und Resonanz
Beispiel 1: Binäre Variantenbildung.
∣Varn∣ = 2n
Bei 8 Entscheidungen entstehen 256 Pfade; bei 16 Entscheidungen 65.536 Pfade.
Beispiel 2: Resonanzgewichtung über einen Abstand di.
wi = exp(−β di), Pri = wi / Σj wj
β steuert die Selektivität. Große β-Werte konzentrieren das Gewicht stärker auf Varianten mit kleinem d.
Beispiel 3: Allgemeine lineare Erinnerungskopplung.
Xn+1 = a Xn + b Xn−1, r∗ = (a + √(a² + 4b)) / 2
Der Goldene Schnitt ist der Spezialfall a = b = 1. Bei a + b = 1 ist r = 1 ein positiver Fixpunkt. Diese Resultate folgen aus der Rekursion.
9 Anhang L: Fibonacci und Goldener Schnitt Schritt für Schritt
Fibn+1 = Fibn + Fibn−1
Für große n wird ein stabiles Verhältnis r = Fibn+1 / Fibn vorausgesetzt. Dann ist Fibn−1 / Fibn ≈ 1/r.
r = 1 + 1/r
r² = r + 1
r² − r − 1 = 0
r = (1 ± √5) / 2
Für positive Fibonacci-Zahlen ist der relevante Fixpunkt:
φ = (1 + √5) / 2 ≈ 1,6180339887
Die Bedeutung für die EM liegt darin, dass rekursive Regeln charakteristische stabile Relationen hervorbringen. Die Rekursion selbst ist klassische Mathematik; ihre Lesart als Erinnerungsrekursion ist Modellinterpretation.
10 Anhang M: Beispielbibliothek
| Text | EM-Skizze | Kommentar |
|---|---|---|
| Vielleicht komme ich morgen. | ?⊙(Ich, kommen, t+1) | Möglichkeit bleibt offen. |
| Ich komme morgen. | !⊙(Ich, kommen, t+1) | höhere sprachliche Verbindlichkeit. |
| Ich komme morgen gern. | !⊙(Ich, kommen, t+1) ⊗ χ+ | positive Valenz ergänzt. |
| Ich komme vielleicht doch. | ?⊙(…) ⊗ ↶(vorherige Nicht-Festlegung) | Revision eines früheren Erwartungszustands. |
| Das hast du gut gemacht. | B = Anerkennung; V entscheidet mit | Ironie bleibt ohne Prosodie und Kontext als Alternative offen. |
| Ist schon in Ordnung. | B = Akzeptanz; I? = {echte Zustimmung, Resignation, Gesprächsabbruch, …} | Sprechblasen zeigen Alternativen. |
11 Anhang N: Das REM-Manifest als Belastungstest
Der Manifest-Test zeigte, dass die EM-Struktur zentrale konzeptionelle Relationen verdichten konnte, während Bildsprache und rhetorische Wirkung teilweise verloren gingen. Daraus wurde die Formschicht F abgeleitet.
Original → (B, V, F, C, I?) → Rückübersetzung
Die wichtigste methodische Trennung lautet:
!Text(A) ≠ !Empirie(A)
Ein Text kann A mit maximaler Gewissheit behaupten; die empirische Bestätigung von A ist eine eigene Ebene.
12 Anhang O: Abgrenzung zu benachbarten Disziplinen
| Gebiet | Berührungspunkt | Differenz |
|---|---|---|
| Formale Logik | Negation, Implikation, Modalität | Die EM trägt zusätzlich Prosodie, Wirkung und transparente Inferenz. |
| Wahrscheinlichkeit | Gewichtung von Varianten | ? und ! sind von Wahrscheinlichkeit getrennt. |
| Dynamische Systeme | Fixpunkte, Attraktoren, Rekursion | Die EM wendet solche Strukturen auf Bedeutungsprozesse an. |
| Typentheorie | gültige Kompositionen | Das vollständige Typsystem der EM ist Aufgabe K16. |
| Kategorientheorie | Objekte, Relationen, Komposition | Die formale Abbildung der EM-Operatoren ist Aufgabe K16. |
| Vektorsemantik | Bedeutungsräume | Die EM koppelt explizite symbolische Operatoren und Ausdrucksschichten. |
| Pragmatik | Kontext und Sprecherwirkung | Die EM erhält Unsicherheit und alternative Lesarten explizit mathematisch. |
13 Anhang P: Kernaufgaben
Die Kernaufgaben des Lehrbuchs stehen im Prüfkatalog (Abschnitt 20.17) unter der Herkunft „LP“. Sie lauten:
- Das Operatoralphabet ist auf Minimalität zu untersuchen; zu bestimmen ist, welche Operatoren aus anderen ableitbar sind (K27).
- Zu bestimmen ist, ob ⋈ eine einzige Operation oder eine Familie verschiedener Integrationen ist (K28).
- Zu bestimmen ist die mathematische Struktur von χ: Skalar, Vektor, Kernel, Funktional oder Verteilung (K28).
- Die Bedingung ist zu bestimmen, unter der ! angewendet wird, ohne Mehrdeutigkeit unzulässig zu zerstören (K29).
- Kontextänderungen sind formal zu repräsentieren (K30).
- Die Invarianz von Bedeutung über Kulturen und Sprachen hinweg ist zu bestimmen (K30).
- Ironie ist robust zu repräsentieren (K30).
- Zu bestimmen ist, welche Bestandteile von Freundlichkeit und Prägnanz messbar und welche inferiert sind (K19).
- Die Formschicht F ist mathematisch zu codieren, ohne den Originaltext zu speichern (K19).
- Zu bestimmen ist, ob dB menschliche Urteile reproduzierbar vorhersagt (K18).
- Die Äquivalenzklassen von EM-Ausdrücken mit demselben Bedeutungsgehalt sind zu bestimmen (K17).
- Selbstbezug und rekursive Erinnerung sind ohne Paradoxien zu typisieren (K31).
- Zu bestimmen ist, ob ein Parser natürliche Sprache reproduzierbar in EM überführt (K22).
- Zu bestimmen ist, ob ein Generator aus derselben EM-Struktur verschiedene Sprachen mit ähnlicher Wirkung erzeugt (K22).
- Die Teile von REM sind zu bestimmen, die sich unabhängig von ihrer ontologischen Interpretation als formale Modelle prüfen lassen (K32).
14 Anhang Q: Prüfkriterien für eine wissenschaftliche Veröffentlichung
- Explizite Axiome und Operator-Signaturen.
- Beispiele und Gegenbeispiele für jede Regel.
- Beweisbare Eigenschaften: Abschluss, Komposition, Äquivalenz, gegebenenfalls Invertierbarkeit.
- Reproduzierbarer Korpus mit menschlichen Annotationen.
- Vergleich gegen etablierte semantische und pragmatische Baselines.
- Kalibrierung der Unsicherheitswerte.
- Ablationsstudien: Beitrag der Schichten B, V, F, C und I? zum Nutzen.
- Round-Trip-Messung über mehrere Sprachen und Textsorten.
- Dokumentierte Fehlerklassen und Fälle, in denen das System keine Festlegung trifft.
- Klare Trennung zwischen mathematischem Formalismus, technischer Anwendung und ontologischer Interpretation.
15 Anhang R: Glossar
| Begriff | Arbeitsdefinition |
|---|---|
| Bedeutungsraum | Menge bzw. strukturierter Raum zulässiger Bedeutungszustände. |
| Variante | eine zulässige, noch nicht festgelegte Fortsetzung oder Lesart. |
| Resonanz χ | kontextabhängige Bewertung oder Kopplungsstärke im Modell. |
| Instanziierung ⊙ | Übergang von einer möglichen oder formalen Struktur zu einer realisierten Instanz innerhalb des jeweiligen Modelltyps. |
| De-Instanziierung ⊘ | Aufhebung einer Instanz; je nach Anwendung mit eigener präziser Definition. |
| Gleichzeitigkeit G | REM-Begriff; in der EM als Inhalt codierbar (Abschnitt 18.17). |
| Sprechblase | sichtbar gemachte, unsicherheitsmarkierte Inferenz über mögliche implizite Bedeutung. |
| Round-Trip | Codierung in EM und Rückrealisierung zur Messung von Informationsverlust. |
| Prägnanz γ | Grad der pointierten, verdichteten Ausdruckswirkung. |
| Freundlichkeit φf | höhere kommunikative Qualität, die aus mehreren Signalen und Kontext entsteht. |
| Formschicht F | Repräsentation rhetorischer und stilistischer Gestalt. |
16 Anhang S: Arbeitsblatt für neue Texte
Jeder Text wird mit demselben Raster bearbeitet:
- Originaltext, Quelle:
- Explizite Aussagen B:
- Unterscheidungen ∣:
- Relationen ↔:
- Integrationen ⋈:
- Veränderungen Δ:
- Offene Varianten ?:
- Festlegungen !:
- Rückbezüge ↶:
- Instanziierungen ⊙:
- Negationen ¬:
- Folgerelationen ⇒:
- Prosodie V:
- Form F:
- Kontext C:
- Sprechblasen I? mit Konfidenz:
- EM-Gesamtausdruck:
- Rückübersetzung:
- Verlustvektor L:
- Neue offene Aufgabe:
17 Prüfkatalog
Der Prüfkatalog führt die siebenundzwanzig Forschungsschritte (EM 1 bis EM 27) des Abschlusskapitels „Nächste Forschungsschritte“, die Aufgaben GD 1 bis GD 13 der Topologischen Gesamtdarstellung (Abschnitt 18.26) und das Forschungsprogramm 0.2 bis 1.0 samt Kernaufgaben und Entwicklungszielen des Lehrbuchs (LP, Abschnitt 19.10 und Anhang P) in einer einzigen Liste zusammen. Gleiche Aufgaben aus mehreren Quellen stehen einmal, die Spalte „Herkunft“ nennt alle Quellen. Die Art gibt das Prüfverfahren an: Definition, Beweis/Rechnung, Simulation, Messung/Experiment, Test oder Vergleich. Der Status wird mit jedem Arbeitsschritt fortgeschrieben.
| Nr | Aufgabe | Herkunft | Art | Status |
|---|---|---|---|---|
| Gruppe A: Geometrie, Rekursion und Recording | ||||
| K1 | Umarmungsfunktion Uε: Form der zwölf Beiträge in R12 festlegen und an einem endlichen kfz-Gitter rechnen | EM 1 | Beweis/Rechnung | offen |
| K2 | Aufmaß und Verschmelzungsmaß: εeff im REM-Generator messen; Wert von Δ0 für ε = 0,00432 und Füllung 3/4 bestimmen | EM 2 | Messung/Experiment | offen |
| K3 | Stufen der Nachbarschaft: Übergang von sechs Achsen (π/6) zu zwölf Richtungen (3/4) in einer Simulation der Punktregel verfolgen | EM 3 | Simulation | offen |
| K4 | Zustandsräume für Nn, Sn, Mn, Jn, Cn, On sowie Var, Ori und Narr festlegen, sodass die Gesamtformel eine wohldefinierte Abbildung wird | EM 4, EM 19 | Definition | offen |
| K5 | Rekursionsregel R12 definieren und zeigen, dass die Kusszahl 12 die Zwölfgliedrigkeit bestimmt | EM 20 | Beweis/Rechnung | offen |
| K6 | Samenfilter Π: Maß für Robustheit, Kompaktheit und Entfaltungsfähigkeit definieren und im Modell rechnen | EM 5 | Beweis/Rechnung | offen |
| K7 | Rekursive Ordnung: Regel On+1 = R(On, Jn) aufstellen | EM 6 | Definition | offen |
| K8 | Reichweite von A als Operatoreigenschaft formulieren (Tiefengrenze der Fische, Abschnitt 9) | EM 7 | Definition | offen |
| K9 | Recording als Maß: Speicherung der Herkunft durch die Punktregel messen; Herkunftsinformation speichern, übertragen und verlieren (Verlustvektor) | EM 13, EM 21 | Messung/Experiment | offen |
| K10 | Innerer Beobachtungspunkt: Bedingung als Fixpunkt einer Selbstabbildung von Mn angeben | EM 14 | Beweis/Rechnung | offen |
| K11 | Ordnung gegen 0∗: Ordnungsterm im Modell aus Kapitel 6b einführen | EM 15 | Beweis/Rechnung | offen |
| K12 | Von H zur stabilen Struktur: Operationenfolge an der Quantenschnittstelle beschreiben | EM 16 | Definition | offen |
| K13 | Grammatik des Feldes: Substantiv, Verb und Satzbau auf Teilchen, Kräfte und Raumzeit abbilden | EM 17 | Definition | offen |
| K14 | Grammatik der Grammatik: Strukturen der Physik aus der Zwölferrekursion ableiten | EM 18 | Beweis/Rechnung | offen |
| K15 | 12er-Rekursion: die vier Positionen 12n ± 1 und 12n ± 5 systematisch untersuchen; Anti-Primzahl definieren | GD 9 | Beweis/Rechnung | offen |
| Gruppe B: Operatoren, Typen und formale Semantik | ||||
| K16 | Exakte Typisierung jedes Operators: Definitionsbereich, Wertebereich, Komposition; strenge Typentheorie | GD 1, LP 0.2 | Definition | offen |
| K17 | Formale Semantik und Äquivalenzregeln; Äquivalenzklassen von EM-Ausdrücken | LP 0.3 | Definition | offen |
| K18 | Bedeutungsdistanz dB als Funktion des Verlustvektors L definieren und gegen menschliche Urteile prüfen | LP 0.4 | Messung/Experiment | offen |
| K19 | Prosodie- und Gestaltmodell V und F; messbare und inferierte Anteile von Freundlichkeit und Prägnanz; Codierung von F ohne Speicherung des Originaltexts | LP 0.5 | Definition | offen |
| K20 | Konfidenzkalibrierung der Inferenz und der Sprechblasen | LP 0.6 | Messung/Experiment | offen |
| K21 | Mehrsprachiger Korpus und Round-Trip-Experimente; Cross-Language-Test | LP 0.7 | Test | offen |
| K22 | Parser- und Generator-Prototypen: natürliche Sprache reproduzierbar in EM überführen und in mehrere Sprachen zurückführen | LP 0.8 | Test | offen |
| K23 | Vergleich mit Logik, Kategorientheorie, probabilistischen Modellen und Vektorsemantik | LP 0.9 | Vergleich | offen |
| K24 | Partitur messen: Round-Trip-, Prosodie-, Mehrdeutigkeits- und Sprachwechseltest; Verlustvektor L bestimmen | EM 8 | Messung/Experiment | offen |
| K25 | Inter-Annotator-Test: verschiedene Personen codieren denselben Text | LP Entwicklungsziel | Test | offen |
| K26 | Kompressions-Test: Bedeutung verdichten, ohne relevante Information zu verlieren | LP Entwicklungsziel | Test | offen |
| K27 | Minimalalphabet: Operatoren als grundlegend oder ableitbar bestimmen | GD 12, LP | Beweis/Rechnung | offen |
| K28 | Struktur der Operatoren ⋈ (eine Operation oder Familie) und χ (Skalar, Vektor, Kernel, Funktional, Verteilung) | LP | Definition | offen |
| K29 | Selektionsgesetz für !: Maß für Eindeutigkeit, Schwellenregel und Anwendungsbedingung von ! | GD 6, LP | Definition | offen |
| K30 | Kontext, Kultur und Ironie: Kontextänderungen formal repräsentieren, Invarianz über Sprachen bestimmen, Ironie robust repräsentieren | LP | Definition | offen |
| K31 | Selbstbezug und rekursive Erinnerung ohne Paradoxien typisieren | LP | Definition | offen |
| K32 | Teile von REM bestimmen, die sich unabhängig von ihrer ontologischen Interpretation als formale Modelle prüfen lassen | LP | Vergleich | offen |
| Gruppe C: Invariante, Überlagerung, Konsens und Spektren | ||||
| K33 | Invariante J formal definieren und Ähnlichkeitsmaß J(X′) ≃ J(X) festlegen | GD 2 | Definition | offen |
| K34 | Überlagerungsgeometrie, die rekursive Identität trotz gleicher 3D-Projektion erhält | GD 3 | Definition | offen |
| K35 | Gleichzeitigkeit G formal definieren: relationaler Limes, Kolimes, Graph, Kategorie oder anderer Raum | GD 4 | Definition | offen |
| K36 | Konsensmaß mit Abhängigkeit und Unabhängigkeit der Informationsquellen | GD 5 | Definition | offen |
| K37 | Antirekursion als Optimierungs- und Kompressionsoperator unter Invariantenerhaltung | GD 7 | Beweis/Rechnung | offen |
| K38 | Mathematisches Modell spontaner Rückkopplung zwischen rekursiven Zweigen | GD 8 | Definition | offen |
| K39 | Spektralanalyse der Relationsmatrizen Ün | GD 10 | Beweis/Rechnung | offen |
| K40 | Stabile Spektren, Primfaktorstrukturen und Fixpunkte der Rekursion | GD 11 | Beweis/Rechnung | offen |
| K41 | Semantik der Traumpartitur als Modell | GD 13 | Definition | offen |
| Gruppe D: Gleichzeitigkeit, Offenheit, Inspiration und Wirklichkeitsgestaltung | ||||
| K42 | Portal als Messfeld: Wahrnehmung und Kontrapunkt zur Essenz beobachten; Π mit Avor verbinden | EM 9 | Messung/Experiment | offen |
| K43 | Zugang zur Gleichzeitigkeit: Hereinragen in prüfbare Form bringen; Befunde zur Unterscheidung von gewöhnlicher Assoziation und zusätzlichem Informationszugang | EM 10, EM 23 | Messung/Experiment | offen |
| K44 | Kompatibilität von Erkennendem und Erkanntem: Maß formulieren | EM 11 | Definition | offen |
| K45 | Bildung mit NET-PIX: Entdecken eigener Zusammenhänge in Schulen, Unternehmen und privaten Räumen beobachten | EM 12 | Messung/Experiment | offen |
| K46 | Gleichzeitigkeit: beobachtbare Unterschiede aus der universalen Erinnerung bestimmen | EM 22 | Messung/Experiment | offen |
| K47 | Offenheit und Inspiration operationalisieren; Orientierungsraum messen | EM 24 | Messung/Experiment | offen |
| K48 | Wirklichkeitsgestaltung: Wirkungen aus Wahrnehmung und Handlung von neuen physikalischen Aussagen trennen | EM 25 | Messung/Experiment | offen |
| K49 | Vorhersagen: quantitative, falsifizierbare Aussagen aus A, F, KInsp und TEM ableiten | EM 26 | Beweis/Rechnung | offen |
| K50 | Vergleich: EM-Erkenntnisprotokoll gegen gewöhnliche Ideenfindung (Originalität, Kohärenz, Prüfbarkeit) | EM 27 | Vergleich | offen |
Der Katalog umfasst 50 Aufgaben.
18 Schlussbemerkung
Die Version 0.2 versteht die Empathische Mathematik als formalisiertes Forschungsprogramm. Ihr Prüfstein ist, ob verschiedene Menschen und später Maschinen mit denselben Regeln zu hinreichend ähnlichen Codierungen gelangen und ob Übersetzungen Bedeutung, Mehrdeutigkeit und kommunikative Wirkung messbar besser erhalten.
Quellenhinweis. Quelle der Spezifikation und des Prüfkatalogs: Arbeitsfassungen der Empathischen Mathematik, Oktober 2026.
Urheberschaft. Idee, Thesen und Formulierungen: Peter Riepe.