Formale Spezifikation und Prüfkatalog der Empathischen Mathematik

Abschnitt 20 der Empathischen Mathematik: Die Intelligenz der Natur, zugleich Teil von Kapitel 6a im REM-Buch

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Formale Spezifikation und Prüfkatalog. Die Anhänge D bis S mit Operator-Signaturen, Grammatikregeln, Protokollen, Metriken, Glossar und Arbeitsblatt, dazu der Prüfkatalog mit 50 Aufgaben. 14 Seiten.

Dieser Abschnitt enthält die formale Spezifikation der Empathischen Mathematik (EM) in der Arbeitsfassung 0.2 und den Prüfkatalog. Die Spezifikation umfasst Operator-Signaturen, Grammatikregeln, semantische Ebenen einer Nachricht, Skalen für Prosodie, das Sprechblasen-Protokoll, das Übersetzungsprotokoll, den Verlustvektor, ein Rechenlabor, die Beispielbibliothek, die Abgrenzung zu benachbarten Disziplinen, die Kernaufgaben, die Prüfkriterien, das Glossar und ein Arbeitsblatt für neue Texte. Der Prüfkatalog in Abschnitt 20.17 führt alle Forschungsschritte EM 1 bis EM 27 und alle Aufgaben der Topologischen Gesamtdarstellung (GD 1 bis GD 13) zu einer einzigen nummerierten Liste zusammen.

Die Signaturen sind Version 0.2 und revidierbar. Die Notation folgt der Tafel in Abschnitt 2 und der Übersichtstafel in Abschnitt 18.30.

1 Anhang D: Formale Operator-Signaturen

Die Tabelle präzisiert die Arbeitsrollen der Operatoren.

Operator Vorläufige Signatur Semantische Aufgabe Abgrenzung von
∣ Z × Z → Reldiff Unterscheidbarkeit markieren logischer Exklusivität
↔ Z × Z → Rel wechselseitige Relation Kausalität
⋈ Z × Z → Z∗ Integration, Kopplung Addition
Δ Z → ΔZ Zustandsänderung zeitlicher Ableitung ohne weitere Struktur
χ B × C → Q Resonanz, Gewichtung menschlichem Gefühl
? B → Var(B) Variantenraum öffnen Wahrscheinlichkeit
! Var → B oder Aussage → Status festlegen, Verbindlichkeit markieren empirischer Wahrheit
↶ Hist × B → B∗ Rückbezug, Erinnerung einbringen bloßem Datenabruf
⊙ B → Inst Instanziierung, Realisierung physikalischer Materialisierung
¬ B → B Negation Gegenteil in jeder semantischen Dimension
⇒ B × B → Reldir gerichtete Folge, Bindung Kausalität ohne Zusatzannahmen

2 Anhang E: Grammatikregeln Version 0.2

Ξ ::= x ∣ ΔΞ ∣ ?Ξ ∣ !Ξ ∣ ↶Ξ ∣ ⊙Ξ ∣ ¬Ξ ∣ (Ξ ∣ Ξ) ∣ (Ξ ↔ Ξ) ∣ (Ξ ⋈ Ξ) ∣ χ(Ξ, C) ∣ (Ξ ⇒ Ξ)

Die erweiterte Grammatik mit ⊘, ≫, R, R⁻¹ und ⋒ steht in Abschnitt 18.5. Für beide Fassungen gelten die Wohlgeformtheitsregeln:

  • Eine Festlegung ! wird nur auf eine Aussage oder einen nichtleeren Variantenraum angewendet.
  • χ benötigt mindestens einen Bewertungsgegenstand und einen expliziten oder impliziten Kontext.
  • ⊙ wird nur auf eine instanziierbare Struktur angewendet.
  • ↶ benötigt eine zugängliche Vorgänger-, Gedächtnis- oder Historienstruktur.
  • ¬ verändert den Behauptungsstatus eines Inhalts, nicht automatisch dessen emotionale Valenz.
  • ⇒ wird typisiert: logisch, kausal, normativ oder pragmatisch. Diese Untertypen werden nicht stillschweigend vertauscht.

3 Anhang F: Semantische Ebenen einer vollständigen Nachricht

Msg = B ⊗ V ⊗ F ⊗ C ⊗ I?

Ebene Inhalt Beispiele
B (Bedeutung) expliziter semantischer Gehalt Person, Handlung, Zeit, Modalität, Relation
V (Vortrag) akustische und prosodische Realisierung Tonlage, Melodie, Intensität, Tempo, Pause
F (Form) rhetorische Gestalt Metapher, Parallelismus, Wiederholung, Register
C (Kontext) situative Einbettung Vorwissen, Gesprächslage, soziale Beziehung
I? (Inferenz) mögliche implizite Lesarten Absicht, Stimmung, Haltung, Beziehungssignal

Eine Implementierung speichert jede Ebene getrennt, damit erkennbar bleibt, ob eine Information gesagt, akustisch signalisiert oder inferiert wurde.

4 Anhang G: Skalen für Prosodie und Ausdruck

Für experimentelle Codierungen dienen normierte Skalen im Intervall [−1, 1] beziehungsweise [0, 1]. Die Skalen sind Messkonventionen.

Dimension Beispielskala Interpretation
τ Tonlage −1 … +1 relativ tief … relativ hoch
μ Melodizität 0 … 1 monoton … stark konturiert
ι Intensität 0 … 1 sehr zurückgenommen … sehr nachdrücklich
γ Prägnanz 0 … 1 diffus … stark pointiert
φf Freundlichkeit 0 … 1 schwach freundlich signalisiert … stark freundlich signalisiert
ρ Rhythmus Vektor Pausenlängen, Akzentabstände, Regelmäßigkeit
κ Tempo normierte Rate langsam … schnell

5 Anhang H: Sprechblasen-Protokoll

Sprechblasen sind transparente Hypothesen des Interpretationssystems und führen Gedanken nicht als Tatsachen.

I(Ξ, V, C, Hist) → {(h1, q1, e1), …, (hn, qn, en)}

Dabei ist hi eine Hypothese, qi die kalibrierte Konfidenz und ei die Evidenzklasse, zum Beispiel Wortwahl, Prosodie, Kontext oder Gesprächsverlauf.

Kategorie Beispielausgabe Erforderliche Vorsicht
Absicht „möglicher Wunsch nach Bestätigung“ als mögliche Absicht ausgeben
Stimmung „wirkt gedämpft“ Prosodie- und Kontextabhängigkeit nennen
Position „sprachlich zustimmend“ Position der Person nicht über den Kontext hinaus verallgemeinern
Empfindung „Enttäuschung möglich“ als mögliche Empfindung ausgeben
Beziehung „Distanzsignal möglich“ kulturelle Unterschiede berücksichtigen
Mehrdeutigkeit „zwei plausible Lesarten“ Varianten erhalten

6 Anhang I: Vollständiges Übersetzungsprotokoll

Für jeden Text erzeugt die EM ein standardisiertes Protokoll:

  1. Segmentierung: Satz, Teilsatz, Sprecherwechsel und rhetorische Einheit bestimmen.
  2. Explizite Semantik B extrahieren: Akteure, Prädikate, Relationen, Zeit, Modalität, Negation.
  3. Varianten ? markieren: Ungewissheit, Mehrdeutigkeit, Alternativen.
  4. Verbindlichkeit ! markieren: Zusage, Behauptung, Imperativ, Verpflichtung.
  5. Rückbezüge ↶ erkennen: Pronomen, Erinnerung, frühere Ereignisse, Wiederaufnahme.
  6. Prosodie V erfassen, sofern Audio vorliegt.
  7. Ausdrucksgestalt F erfassen: Metapher, Rhythmus, Wiederholung, Register.
  8. Kontext C explizit dokumentieren.
  9. I? erzeugen: mehrere plausible implizite Lesarten mit Konfidenz.
  10. Zielsprache realisieren und die Ebenen B, V und F soweit möglich erhalten.
  11. Round-Trip durchführen.
  12. Verlustbericht erstellen: erhalten, verändert, unentscheidbar.

7 Anhang J: Round-Trip-Metrik und Verlustvektor

Die Bedeutungsdistanz besteht nicht aus nur einer Zahl. Sie ist ein Verlustvektor:

L = (Lsem, Lprag, Lpros, Lform, Lamb)

Komponente Misst
Lsem Verlust expliziter semantischer Information
Lprag Verlust pragmatischer und kommunikativer Funktion
Lpros Verlust prosodischer Wirkung
Lform Verlust rhetorischer Gestalt
Lamb Verlust oder künstliche Reduktion von Mehrdeutigkeit

Aus dem Verlustvektor wird nach der Validierung ein Gesamtscore gebildet. Bis dahin bleibt der Vektor sichtbar, damit unterschiedliche Verlustarten nicht verdeckt werden. Die Bedeutungsdistanz dB ist die Funktion dieses Vektors.

8 Anhang K: Rechenlabor, Varianten und Resonanz

Beispiel 1: Binäre Variantenbildung.

∣Varn∣ = 2n

Bei 8 Entscheidungen entstehen 256 Pfade; bei 16 Entscheidungen 65.536 Pfade.

Beispiel 2: Resonanzgewichtung über einen Abstand di.

wi = exp(−β di), Pri = wi / Σj wj

β steuert die Selektivität. Große β-Werte konzentrieren das Gewicht stärker auf Varianten mit kleinem d.

Beispiel 3: Allgemeine lineare Erinnerungskopplung.

Xn+1 = a Xn + b Xn−1, r∗ = (a + √(a² + 4b)) / 2

Der Goldene Schnitt ist der Spezialfall a = b = 1. Bei a + b = 1 ist r = 1 ein positiver Fixpunkt. Diese Resultate folgen aus der Rekursion.

9 Anhang L: Fibonacci und Goldener Schnitt Schritt für Schritt

Fibn+1 = Fibn + Fibn−1

Für große n wird ein stabiles Verhältnis r = Fibn+1 / Fibn vorausgesetzt. Dann ist Fibn−1 / Fibn ≈ 1/r.

r = 1 + 1/r
r² = r + 1
r² − r − 1 = 0
r = (1 ± √5) / 2

Für positive Fibonacci-Zahlen ist der relevante Fixpunkt:

φ = (1 + √5) / 2 ≈ 1,6180339887

Die Bedeutung für die EM liegt darin, dass rekursive Regeln charakteristische stabile Relationen hervorbringen. Die Rekursion selbst ist klassische Mathematik; ihre Lesart als Erinnerungsrekursion ist Modellinterpretation.

10 Anhang M: Beispielbibliothek

Text EM-Skizze Kommentar
Vielleicht komme ich morgen. ?⊙(Ich, kommen, t+1) Möglichkeit bleibt offen.
Ich komme morgen. !⊙(Ich, kommen, t+1) höhere sprachliche Verbindlichkeit.
Ich komme morgen gern. !⊙(Ich, kommen, t+1) ⊗ χ+ positive Valenz ergänzt.
Ich komme vielleicht doch. ?⊙(…) ⊗ ↶(vorherige Nicht-Festlegung) Revision eines früheren Erwartungszustands.
Das hast du gut gemacht. B = Anerkennung; V entscheidet mit Ironie bleibt ohne Prosodie und Kontext als Alternative offen.
Ist schon in Ordnung. B = Akzeptanz; I? = {echte Zustimmung, Resignation, Gesprächsabbruch, …} Sprechblasen zeigen Alternativen.

11 Anhang N: Das REM-Manifest als Belastungstest

Der Manifest-Test zeigte, dass die EM-Struktur zentrale konzeptionelle Relationen verdichten konnte, während Bildsprache und rhetorische Wirkung teilweise verloren gingen. Daraus wurde die Formschicht F abgeleitet.

Original → (B, V, F, C, I?) → Rückübersetzung

Die wichtigste methodische Trennung lautet:

!Text(A) ≠ !Empirie(A)

Ein Text kann A mit maximaler Gewissheit behaupten; die empirische Bestätigung von A ist eine eigene Ebene.

12 Anhang O: Abgrenzung zu benachbarten Disziplinen

Gebiet Berührungspunkt Differenz
Formale Logik Negation, Implikation, Modalität Die EM trägt zusätzlich Prosodie, Wirkung und transparente Inferenz.
Wahrscheinlichkeit Gewichtung von Varianten ? und ! sind von Wahrscheinlichkeit getrennt.
Dynamische Systeme Fixpunkte, Attraktoren, Rekursion Die EM wendet solche Strukturen auf Bedeutungsprozesse an.
Typentheorie gültige Kompositionen Das vollständige Typsystem der EM ist Aufgabe K16.
Kategorientheorie Objekte, Relationen, Komposition Die formale Abbildung der EM-Operatoren ist Aufgabe K16.
Vektorsemantik Bedeutungsräume Die EM koppelt explizite symbolische Operatoren und Ausdrucksschichten.
Pragmatik Kontext und Sprecherwirkung Die EM erhält Unsicherheit und alternative Lesarten explizit mathematisch.

13 Anhang P: Kernaufgaben

Die Kernaufgaben des Lehrbuchs stehen im Prüfkatalog (Abschnitt 20.17) unter der Herkunft „LP“. Sie lauten:

  • Das Operatoralphabet ist auf Minimalität zu untersuchen; zu bestimmen ist, welche Operatoren aus anderen ableitbar sind (K27).
  • Zu bestimmen ist, ob ⋈ eine einzige Operation oder eine Familie verschiedener Integrationen ist (K28).
  • Zu bestimmen ist die mathematische Struktur von χ: Skalar, Vektor, Kernel, Funktional oder Verteilung (K28).
  • Die Bedingung ist zu bestimmen, unter der ! angewendet wird, ohne Mehrdeutigkeit unzulässig zu zerstören (K29).
  • Kontextänderungen sind formal zu repräsentieren (K30).
  • Die Invarianz von Bedeutung über Kulturen und Sprachen hinweg ist zu bestimmen (K30).
  • Ironie ist robust zu repräsentieren (K30).
  • Zu bestimmen ist, welche Bestandteile von Freundlichkeit und Prägnanz messbar und welche inferiert sind (K19).
  • Die Formschicht F ist mathematisch zu codieren, ohne den Originaltext zu speichern (K19).
  • Zu bestimmen ist, ob dB menschliche Urteile reproduzierbar vorhersagt (K18).
  • Die Äquivalenzklassen von EM-Ausdrücken mit demselben Bedeutungsgehalt sind zu bestimmen (K17).
  • Selbstbezug und rekursive Erinnerung sind ohne Paradoxien zu typisieren (K31).
  • Zu bestimmen ist, ob ein Parser natürliche Sprache reproduzierbar in EM überführt (K22).
  • Zu bestimmen ist, ob ein Generator aus derselben EM-Struktur verschiedene Sprachen mit ähnlicher Wirkung erzeugt (K22).
  • Die Teile von REM sind zu bestimmen, die sich unabhängig von ihrer ontologischen Interpretation als formale Modelle prüfen lassen (K32).

14 Anhang Q: Prüfkriterien für eine wissenschaftliche Veröffentlichung

  • Explizite Axiome und Operator-Signaturen.
  • Beispiele und Gegenbeispiele für jede Regel.
  • Beweisbare Eigenschaften: Abschluss, Komposition, Äquivalenz, gegebenenfalls Invertierbarkeit.
  • Reproduzierbarer Korpus mit menschlichen Annotationen.
  • Vergleich gegen etablierte semantische und pragmatische Baselines.
  • Kalibrierung der Unsicherheitswerte.
  • Ablationsstudien: Beitrag der Schichten B, V, F, C und I? zum Nutzen.
  • Round-Trip-Messung über mehrere Sprachen und Textsorten.
  • Dokumentierte Fehlerklassen und Fälle, in denen das System keine Festlegung trifft.
  • Klare Trennung zwischen mathematischem Formalismus, technischer Anwendung und ontologischer Interpretation.

15 Anhang R: Glossar

Begriff Arbeitsdefinition
Bedeutungsraum Menge bzw. strukturierter Raum zulässiger Bedeutungszustände.
Variante eine zulässige, noch nicht festgelegte Fortsetzung oder Lesart.
Resonanz χ kontextabhängige Bewertung oder Kopplungsstärke im Modell.
Instanziierung ⊙ Übergang von einer möglichen oder formalen Struktur zu einer realisierten Instanz innerhalb des jeweiligen Modelltyps.
De-Instanziierung ⊘ Aufhebung einer Instanz; je nach Anwendung mit eigener präziser Definition.
Gleichzeitigkeit G REM-Begriff; in der EM als Inhalt codierbar (Abschnitt 18.17).
Sprechblase sichtbar gemachte, unsicherheitsmarkierte Inferenz über mögliche implizite Bedeutung.
Round-Trip Codierung in EM und Rückrealisierung zur Messung von Informationsverlust.
Prägnanz γ Grad der pointierten, verdichteten Ausdruckswirkung.
Freundlichkeit φf höhere kommunikative Qualität, die aus mehreren Signalen und Kontext entsteht.
Formschicht F Repräsentation rhetorischer und stilistischer Gestalt.

16 Anhang S: Arbeitsblatt für neue Texte

Jeder Text wird mit demselben Raster bearbeitet:

  • Originaltext, Quelle:
  • Explizite Aussagen B:
  • Unterscheidungen ∣:
  • Relationen ↔:
  • Integrationen ⋈:
  • Veränderungen Δ:
  • Offene Varianten ?:
  • Festlegungen !:
  • Rückbezüge ↶:
  • Instanziierungen ⊙:
  • Negationen ¬:
  • Folgerelationen ⇒:
  • Prosodie V:
  • Form F:
  • Kontext C:
  • Sprechblasen I? mit Konfidenz:
  • EM-Gesamtausdruck:
  • Rückübersetzung:
  • Verlustvektor L:
  • Neue offene Aufgabe:

17 Prüfkatalog

Der Prüfkatalog führt die siebenundzwanzig Forschungsschritte (EM 1 bis EM 27) des Abschlusskapitels „Nächste Forschungsschritte“, die Aufgaben GD 1 bis GD 13 der Topologischen Gesamtdarstellung (Abschnitt 18.26) und das Forschungsprogramm 0.2 bis 1.0 samt Kernaufgaben und Entwicklungszielen des Lehrbuchs (LP, Abschnitt 19.10 und Anhang P) in einer einzigen Liste zusammen. Gleiche Aufgaben aus mehreren Quellen stehen einmal, die Spalte „Herkunft“ nennt alle Quellen. Die Art gibt das Prüfverfahren an: Definition, Beweis/Rechnung, Simulation, Messung/Experiment, Test oder Vergleich. Der Status wird mit jedem Arbeitsschritt fortgeschrieben.

Nr Aufgabe Herkunft Art Status
Gruppe A: Geometrie, Rekursion und Recording
K1 Umarmungsfunktion Uε: Form der zwölf Beiträge in R12 festlegen und an einem endlichen kfz-Gitter rechnen EM 1 Beweis/Rechnung offen
K2 Aufmaß und Verschmelzungsmaß: εeff im REM-Generator messen; Wert von Δ0 für ε = 0,00432 und Füllung 3/4 bestimmen EM 2 Messung/Experiment offen
K3 Stufen der Nachbarschaft: Übergang von sechs Achsen (π/6) zu zwölf Richtungen (3/4) in einer Simulation der Punktregel verfolgen EM 3 Simulation offen
K4 Zustandsräume für Nn, Sn, Mn, Jn, Cn, On sowie Var, Ori und Narr festlegen, sodass die Gesamtformel eine wohldefinierte Abbildung wird EM 4, EM 19 Definition offen
K5 Rekursionsregel R12 definieren und zeigen, dass die Kusszahl 12 die Zwölfgliedrigkeit bestimmt EM 20 Beweis/Rechnung offen
K6 Samenfilter Π: Maß für Robustheit, Kompaktheit und Entfaltungsfähigkeit definieren und im Modell rechnen EM 5 Beweis/Rechnung offen
K7 Rekursive Ordnung: Regel On+1 = R(On, Jn) aufstellen EM 6 Definition offen
K8 Reichweite von A als Operatoreigenschaft formulieren (Tiefengrenze der Fische, Abschnitt 9) EM 7 Definition offen
K9 Recording als Maß: Speicherung der Herkunft durch die Punktregel messen; Herkunftsinformation speichern, übertragen und verlieren (Verlustvektor) EM 13, EM 21 Messung/Experiment offen
K10 Innerer Beobachtungspunkt: Bedingung als Fixpunkt einer Selbstabbildung von Mn angeben EM 14 Beweis/Rechnung offen
K11 Ordnung gegen 0∗: Ordnungsterm im Modell aus Kapitel 6b einführen EM 15 Beweis/Rechnung offen
K12 Von H zur stabilen Struktur: Operationenfolge an der Quantenschnittstelle beschreiben EM 16 Definition offen
K13 Grammatik des Feldes: Substantiv, Verb und Satzbau auf Teilchen, Kräfte und Raumzeit abbilden EM 17 Definition offen
K14 Grammatik der Grammatik: Strukturen der Physik aus der Zwölferrekursion ableiten EM 18 Beweis/Rechnung offen
K15 12er-Rekursion: die vier Positionen 12n ± 1 und 12n ± 5 systematisch untersuchen; Anti-Primzahl definieren GD 9 Beweis/Rechnung offen
Gruppe B: Operatoren, Typen und formale Semantik
K16 Exakte Typisierung jedes Operators: Definitionsbereich, Wertebereich, Komposition; strenge Typentheorie GD 1, LP 0.2 Definition offen
K17 Formale Semantik und Äquivalenzregeln; Äquivalenzklassen von EM-Ausdrücken LP 0.3 Definition offen
K18 Bedeutungsdistanz dB als Funktion des Verlustvektors L definieren und gegen menschliche Urteile prüfen LP 0.4 Messung/Experiment offen
K19 Prosodie- und Gestaltmodell V und F; messbare und inferierte Anteile von Freundlichkeit und Prägnanz; Codierung von F ohne Speicherung des Originaltexts LP 0.5 Definition offen
K20 Konfidenzkalibrierung der Inferenz und der Sprechblasen LP 0.6 Messung/Experiment offen
K21 Mehrsprachiger Korpus und Round-Trip-Experimente; Cross-Language-Test LP 0.7 Test offen
K22 Parser- und Generator-Prototypen: natürliche Sprache reproduzierbar in EM überführen und in mehrere Sprachen zurückführen LP 0.8 Test offen
K23 Vergleich mit Logik, Kategorientheorie, probabilistischen Modellen und Vektorsemantik LP 0.9 Vergleich offen
K24 Partitur messen: Round-Trip-, Prosodie-, Mehrdeutigkeits- und Sprachwechseltest; Verlustvektor L bestimmen EM 8 Messung/Experiment offen
K25 Inter-Annotator-Test: verschiedene Personen codieren denselben Text LP Entwicklungsziel Test offen
K26 Kompressions-Test: Bedeutung verdichten, ohne relevante Information zu verlieren LP Entwicklungsziel Test offen
K27 Minimalalphabet: Operatoren als grundlegend oder ableitbar bestimmen GD 12, LP Beweis/Rechnung offen
K28 Struktur der Operatoren ⋈ (eine Operation oder Familie) und χ (Skalar, Vektor, Kernel, Funktional, Verteilung) LP Definition offen
K29 Selektionsgesetz für !: Maß für Eindeutigkeit, Schwellenregel und Anwendungsbedingung von ! GD 6, LP Definition offen
K30 Kontext, Kultur und Ironie: Kontextänderungen formal repräsentieren, Invarianz über Sprachen bestimmen, Ironie robust repräsentieren LP Definition offen
K31 Selbstbezug und rekursive Erinnerung ohne Paradoxien typisieren LP Definition offen
K32 Teile von REM bestimmen, die sich unabhängig von ihrer ontologischen Interpretation als formale Modelle prüfen lassen LP Vergleich offen
Gruppe C: Invariante, Überlagerung, Konsens und Spektren
K33 Invariante J formal definieren und Ähnlichkeitsmaß J(X′) ≃ J(X) festlegen GD 2 Definition offen
K34 Überlagerungsgeometrie, die rekursive Identität trotz gleicher 3D-Projektion erhält GD 3 Definition offen
K35 Gleichzeitigkeit G formal definieren: relationaler Limes, Kolimes, Graph, Kategorie oder anderer Raum GD 4 Definition offen
K36 Konsensmaß mit Abhängigkeit und Unabhängigkeit der Informationsquellen GD 5 Definition offen
K37 Antirekursion als Optimierungs- und Kompressionsoperator unter Invariantenerhaltung GD 7 Beweis/Rechnung offen
K38 Mathematisches Modell spontaner Rückkopplung zwischen rekursiven Zweigen GD 8 Definition offen
K39 Spektralanalyse der Relationsmatrizen Ün GD 10 Beweis/Rechnung offen
K40 Stabile Spektren, Primfaktorstrukturen und Fixpunkte der Rekursion GD 11 Beweis/Rechnung offen
K41 Semantik der Traumpartitur als Modell GD 13 Definition offen
Gruppe D: Gleichzeitigkeit, Offenheit, Inspiration und Wirklichkeitsgestaltung
K42 Portal als Messfeld: Wahrnehmung und Kontrapunkt zur Essenz beobachten; Π mit Avor verbinden EM 9 Messung/Experiment offen
K43 Zugang zur Gleichzeitigkeit: Hereinragen in prüfbare Form bringen; Befunde zur Unterscheidung von gewöhnlicher Assoziation und zusätzlichem Informationszugang EM 10, EM 23 Messung/Experiment offen
K44 Kompatibilität von Erkennendem und Erkanntem: Maß formulieren EM 11 Definition offen
K45 Bildung mit NET-PIX: Entdecken eigener Zusammenhänge in Schulen, Unternehmen und privaten Räumen beobachten EM 12 Messung/Experiment offen
K46 Gleichzeitigkeit: beobachtbare Unterschiede aus der universalen Erinnerung bestimmen EM 22 Messung/Experiment offen
K47 Offenheit und Inspiration operationalisieren; Orientierungsraum messen EM 24 Messung/Experiment offen
K48 Wirklichkeitsgestaltung: Wirkungen aus Wahrnehmung und Handlung von neuen physikalischen Aussagen trennen EM 25 Messung/Experiment offen
K49 Vorhersagen: quantitative, falsifizierbare Aussagen aus A, F, KInsp und TEM ableiten EM 26 Beweis/Rechnung offen
K50 Vergleich: EM-Erkenntnisprotokoll gegen gewöhnliche Ideenfindung (Originalität, Kohärenz, Prüfbarkeit) EM 27 Vergleich offen

Der Katalog umfasst 50 Aufgaben.

18 Schlussbemerkung

Die Version 0.2 versteht die Empathische Mathematik als formalisiertes Forschungsprogramm. Ihr Prüfstein ist, ob verschiedene Menschen und später Maschinen mit denselben Regeln zu hinreichend ähnlichen Codierungen gelangen und ob Übersetzungen Bedeutung, Mehrdeutigkeit und kommunikative Wirkung messbar besser erhalten.

Quellenhinweis. Quelle der Spezifikation und des Prüfkatalogs: Arbeitsfassungen der Empathischen Mathematik, Oktober 2026.

Urheberschaft. Idee, Thesen und Formulierungen: Peter Riepe.